Die Festivalidee

 

2018 stellt für die Region Ruhrgebiet eine Zäsur dar: Mit dem Ende des Steinkohlebergbaus und der Schließung der Zeche Prosper-Haniel in Bottrop endet eine Ära wirtschaftlichen Wohlstands und persönlicher Identifikation arbeitender Menschen mit ihren Berufen. Das Ende kommt zwar nicht überraschend, bedeutet allerdings trotzdem einen erneuten und stark empfundenen Einschnitt für die Bürgerinnen und Bürger und Verantwortliche in Politik, Verwaltung und Wirtschaft.

Der Strukturwandel zeigt sich längst als beständiger Prozess - die Region bleibt Labor. Die Projekte reichen dabei von der Bewältigung der Folgen des Bergbaus über den Umgang eines Ballungsraums mit Problemen des Klimawandels bis hin zur Entwicklung der Zukunftsfähigkeit durch Digitalisierung. Die damit einhergehenden Aufgaben sind allesamt stark von technischen Entwicklungen geprägt und ihre Bearbeitung erfordert stetiges menschliches Verstehen und Mitwirken. Der Wandel von der Ausbeutung von Natur und der Aneignung von Landschaft durch Industrialisierung hin zu Medialisierung, Digitalisierung und Virtualität wirft vor allem Fragen nach der Gestaltung von Zukunft auf.

BLAUES RAUSCHEN wirft einen Blick darauf, wie Künstlerinnen und Künstler auf derartige gesellschaftliche Umbrüche reagieren, wie sie Zukunft und Zukünftiges thematisieren und mit Mitteln der analogen und digitalen Kunstproduktion bearbeiten.

Die eingeladenen Künstlerinnen, Künstler und Formationen nähern sich diesen Fragen aus ganz unterschiedlichen Positionen und Stilrichtungen. In Konzerten, Installationen und Performances stellen sie den Festivalgästen Möglichkeiten zur kritischen Reflektion zur Verfügung und fordern sie zur Auseinandersetzung mit Zukunftsperspektiven auf.

BLAUES RAUSCHEN 2018 – Künstlerische Positionen und Perspektiven zwischen analog, digital und postdigital