Essen

 

Liebe Freundinnen und Freunde des künstlerischen Experiments,

Kunst und Technik finden heute zu neuen, geradezu symbiotischen Allianzen und bringen dabei Unerhörtes hervor. Die aktuellen Sound- und Performancekonzepte des städte- und spartenübergreifenden Festivals „Blaues Rauschen“ verdanken ihre Existenz der Digitalität, der Vernetzung also von digitalen und analogen Wirklichkeiten. Mit den kaum erst erprobten, geschweige denn ausgeschöpften Möglichkeiten technischer Umformungen korrespondieren ganz neue Arbeits- und Erkenntnisweisen in Kunst und Geisteswissenschaften. Dazu gehört auch das Wissen um die kurzzeitige Haltbarkeit künstlerischer Experimente. Nie zuvor war ein Werk so schnell vergänglich wie heute. Das Ringen um die einzig wahre, ewig gültige Form, das früheren Schaffensprozessen sowohl in der bildenden Kunst wie in der Musik immanent war, ist der Lust am Grenzensprengen und der rauschhaften Flüchtigkeit gewichen. Dass die Antizipation baldiger Bedeutungslosigkeit jeder soeben noch gefeierten Innovation aber die Kunstschaffenden nicht entmutigt, sondern zu außerordentlicher Kreativität anspornen kann, erleben wir in Herne, Dortmund und Essen in diesem Jahr zum zweiten Mal und nun auch erstmalig in Gelsenkirchen und Bochum.
Ich bin dabei und ich bin gespannt! Mein Dank gilt den Organisatoren, den Sponsoren und schließlich auch dem Publikum, das den Mut der Macher durch Offenheit und Interesse honoriert.

 

Muchtar Al Ghusain
Beigeordneter für Jugend, Bildung und Kultur der Stadt Essen